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Possition: LANoRAMA.Net - History - lor3
LANoRAMA 3 Bericht aus dem Pavillon
LAN Party - oder Gorden rettet die Welt |
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Es ist Samstag Abend und an den offenen Flügeltüren der Fest- und Sporthalle in Schopp hängt ein DIN A4 Blatt, das die Probestunde des Gesangvereins in den Pfarrsaat verlegt. Der große Saal der Festhalle ist abgedunkelt, es dauert eine Weite, bis sich die Augen an das Dämmerlicht gewöhnt haben. Zuerst fallen die Bilder von zig Monitoren auf, deren bunte, hektisch wechselnde Farben die Gesichter der Davorsitzenden rhythmisch färben. Dann werden 4 durchgehende Tischreihen sichtbar, die den gesamten Raum ausfüllen. Auf den Tischen stehen dicht an dicht Computer und Monitore, bedient von jungen Menschen, fast ausschließlich männlichen Geschlechts: In der Fest- und Sporthalle in Schopp findet eine LAN-Party statt.
Von den Rechnern taufen Hunderte von Kabeln in Netzwerkboxen (Switches), von diesen hoch zur Bühne zu den Server-Rechnern, die die Verbindung der Computer untereinander organisieren. An der Rückwand der Bühne laufen Infos über eine große TV-Projektionswand. Hier sitzen auch an 6,7 Rechnern die technischen Organisatoren der Party, die das Netzwerk überwachen, technische Probleme Lösen und, wenn nötig, Hilfestellung geben.
Auch das gehört zu den Aufgaben der Organisatoren: Über das Lautsprechersystem wird um Pizza-Bestellung in den nächsten 15 Minuten gebeten. Pizzen werden im 10er Pack bei der nächsten Pizzeria geordert. Getränke und Snacks sind am Tresen im Nebenraum erhältlich.
Viele der Gäste sitzen konzentriert vor ihrem Monitor, aus dem Headset zischelt und rauscht es, die Finger hämmern auf Maus und Tastatur. Es wird vor allem gespielt, allein oder gegeneinander über das Netz. Counterstrike und Quark sind die beliebtesten Spiele zur Zeit. Auf den Monitoren fliegen virtuelle Welten in Fetzen. Daneben stapeln sich Pizzaschachteln, Coke und Wasserflaschen und Energydrinks in Dosen. Kleine Gruppen diskutieren technische Probleme, sitzen plaudernd auf dem Hallenboden.
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Einige Liegen in Schlafsäcken und Decken etwas abseits, ein paar haben ihren müden Kopf auf ihre Arme gleich neben die Tastaturgebettet. Immerhin Läuft die Party schon 26 Stunden und erst am Sonntag 13 Uhr ist definitiv Schluss. Die Atmosphäre ist angenehm entspannt und Locker. Geraucht wird nur in besonderen Arealen, Musik und der Sound der Spiele Läuft über Kopfhörer.
Gregor Theis aus Pirmasens ist zum zweiten Mal dabei. ,,Fun" ist für ihn das Schlüsselwort. Spaß muss es machen und das macht es auf jeden Fall. ,,Die Atmosphäre hier ist ok", sagt Gregor. ,,Ich habe hier Leute getroffen, mit denen ich ansonsten chatte. Auch einige meiner Mitspieler im Netz sind hier. Man lernt immer ein paar neue Leute kennen. 150 Leute sind überschaubar. Und es sind dann auch nicht allzu viele Freaks dabei, für die es außer Computer und Games nix mehr gibt in der Welt". Er hat die ganze Nacht durchgespielt und ist immer noch dabei. Sein Rechner ist auf Games optimiert und die Grafik kommt gut und absolut ruckelfrei. ,,Die Bandbreite hier im Netz ist ok und die Stromversorgung ist auch stabil Es nervt, wenn mitten im Spiel oder beim Download das Stromnetz zusammenbricht."
Giganto-LAN-Parties wie vor kurzem Dark Breed" in Wiesbaden mit 2000 Leuten findet Gregor nicht so sinnvoll: ,,Mit der Stromversorgung gibt es da oft Probleme und die Luft ist da auch kaum noch zu atmen. Ab 200 Leuten wird es für mich unangenehm. LAN-Parties mit ca. 100 Spielern sind optimal Und natürlich die privaten Mini-Partys mit 6-8 Spielern, die in zwei Gruppen gegeneinanderspielen."
,,Natürlich ist eine LAN Party vor allem für Computerspiel- Fans interessant" Sagt KnoX, alias Jochen jung, einer der Organisatoren. ,,Hier treffen sich in lockerster Atmosphäre Leute, die sonst alleine zuhause spielen. Doch auch Spieler, die im Internet gegen und miteinander spielen, treffen sich hier, oft zum ersten mal ,,in der Realität", Lernen sich kennen, tauschen sich aus und haben Fun."
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Immer mehr Gruppen und Vereine richten LAN-Partys aus. Das Angebot ist in der Bundesrepublik fast flächendeckend und immer mehr Seiten im Internet Listen Partytermine auf. ,,Man muss schon seine Termine abstimmen, um nicht mit anderen Party-Terminen zu kollidieren", sagt Jochen.
,,Wir wollen ja auf keinen Fall Konkurrenzverhältnisse. Bei dieser Party hier haben uns Leute von ,,Matrix" geholfen und wir werden uns bei der nächsten ,,Matrix- Party" engagieren". (www.matrix-party.de)
Gespielt wird die ganze Bandbreite, von Strategiespielen wie ,,Die Siedler 3" bis zu den harten 3D~Shootern'la ,,Quake 3" und ,,Counterstrike". Turniere werden ausgetragen und Preise, von Sponsorfirmen gestiftet, gewonnen. Doch auch andere Themen rund um elektronische Medien werden besprochen, akute Computerprobleme diskutiert und natürlich auch Locker über den Tisch geplaudert Party eben.
Organisiert wurde die LAN Party in Schopp von einer Lockeren Gruppe von jungen Leuten, die man im Netz unter www.lanorama.de findet. Die meisten sind Schüler, wie Torsten Kohlmann, - alias Soldier- , der für die Netzwerkinstallation zuständig ist Wie seine ,,Mit-Orgas" beschäftig er sich in seiner Freizeit vor allem mit Computer- und Internettechniken. Das enorme Wissen über komplexe Dinge wie Computernetzwerke und die Erfahrung mit dem konkreten Aufbau z.B. eines solchen, hat er sich selbst angeeignet. Es war schon die 3. Party, die unter dem Namen ,,Lanorama" organisiert wurde. ,,Es macht einen Reisenspaß, so eine Party zu organisieren," sagt er. ,,Besonders, wenn alles funktioniert. Die Partygäste haben ja ihren Platz bezahlt, kommen mit ihrem Computer unter dem Arm hierher und wollen Fun. Da gehört natürlich der reibungslose technische Ablauf dazu. Das Netz muss über die 3 Tage funktionieren und den Gästen genügend Bandbreite zur Verfügung stellen, das Stromnetz muss die geforderte Leistung bringen, die ftp-Server, auf die Programme und Daten up- und downgeladen werden können, sollen stabil und ohne Ausfälle im Zugriff stehen. Das ist schon eine Menge an Arbeit und Organisation." Wenn man noch den üblichen Aufwand für ein Meeting von ca. 150 Personen bedenkt ist das eine reife Leistung für ein knappes Dutzend Leute, die fast alle unter 20 sind.
Auf dem Screen an der Wand kann man den aktuellen Chat mitlesen. Ein Spieler hat Probleme, die einer der Orgas lösen muss. Torsten annonciert die letzte Pizzabestellmöglichkeit des Tages über Lautsprecher. Ein paar Gäste sitzen vor dem Eingang auf der Treppe und vergewissern sich der Existenz der Sonne in der Realwelt, während in den Dämmerhallen Gorden Freeman auf zig Displays durch die Gänge des ,,Black Mesa"-Komplexes hastet und Aliens zerstrahlt - zur Rettung der Menschheit (mjf)
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